Mittwoch, 5. Juni 2013

Sprachver(ge)walt(ig)ung

Es gibt viele Sachen in dieser Welt, worüber sich (auch) außerlich intelligent wirkende Menschen ihre Gedanken machen. Ob diese Gedanken nützlich sind oder nicht, oder ob man in anbetracht des Endergebnisses diesen geistigen Dünnschiss überhaupt als Gedanken bezeichnen kann, werden wir gleich herausfinden.

Auf tagesschau.de gab es neulich eine Meldung: "Trauer um das längste deutsche Wort", welche die Tränendrüsen einiger Sprachwissenschaftler stimuliert hat. Es geht um folgendes, molliges Wörtchen:

"Rinderkennzeichnungs - und Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz"

Dieses wurde nun offiziell abgeschafft, weil das entsprechende Gesetz dazu nicht mehr benötigt wird, welches ursprünglich dazu diente, Rinder auf die höchst genozide Krankheit BSE zu testen. 

Mir stellen sich nun ein paar Fragen. Wieso beschließt der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern ein Wort in die Welt zu werfen, das man sich 3-4 mal durchlesen muss, um es zu verstehen? Hätte nicht einfach "BSE-Test für Rinder" gereicht? Nun gut, die juristische Sprache ist ohnehin nur dafür gedacht, damit Anwälten nicht die Arbeit ausgeht. 
Aber ist das Sterben einer solchen sprachlichen Fehlkonstruktion wirklich eine Meldung wert? Wen, außer ein paar Sprachfetischisten und Germanistikstudenten interessiert das? Diese Menschen haben auch sicher ohne die Tagesschau davon erfahren, die ja eigentlich den Ruf hat, ernste und wichtige Themen zu veröffentlichen.

Wem also nützt so eine Nachricht etwas? Wird dadurch irgendwas besser oder schlechter? Diese Meldung taugt ja nicht mal dazu, mir ein schmunzeln ins Gesicht zu zaubern. Es wird zu etwas besonderem gemacht, weil es "das längste deutsche Wort" ist oder war. Dabei war es einfach nur geistiger Abfall, den man besser schnell aus seinen Gedanken entsorgen sollte, um sich wieder wichtigen Dingen zuzuwenden - falls man durch Nachrichtensendungen, Talkshows und Realitiy-TV überhaupt noch in der Lage ist, zwischen Wichtig und Unwichtig zu unterscheiden. 





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Kommentare:

  1. Das ist wohl die sogenannte "Saure-Gurken-Zeit", in der es an wichtigen Nachrichten mangelt. Dass wir von den Regierenden (und der Opposition) verarscht werden, ist hinlänglich bekannt. Da tut es gut, mal nichts drüber zu hören. Und so schaffen es eben solche unsinnigen Nebensächlichkeiten, in die erste Reihe vorzudringen. Ich habe eine Zeit "ohne Nachrichten" hinter mir, - und habe es genossen!

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    1. Ich denke das würde der gesamten Menschheit gut tun. Mal nicht ständig unnötigerweise mit Meldungen in Panik versetzt zu werden.

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